Hochwasser

Erinnerung an das Jahrhunderthochwaser 1995: Ringsum Land unter

„Das war fast so wie im Krieg!“ – für die Älteren unter den Schänzer Bürgern war es ein echter Schock, als der Klever Stadtdirektor im Februar 1995 die Evakuierung der Ortschaft angeordnete. Das hatte es noch nie  gegeben, dass die Schänzer ihr Dorf wegen Hochwassers verlassen mussten, von Amts wegen. Frauen und Kinder wurden trotz Protesten mit einem Boot des Technischen Hilfswerkes aufs „Festland“ gebracht. Die meisten kamen bei Verwandten und Freunden unter. Gut unterrichtete Kreise berichteten schon damals, dass einige der Frauen sich nach der offiziellen Rettungsüberfahrt bei Einbruch der Nacht wieder von ihren Männern zurückholen ließen...

 

Die Lage am Jahresbeginn 1995 war wirklich prekär: Die alte Hochwasserschutzmauer aus dem Jahr 1930 ächzte und hielt nur mühsam dem Druck des Wassers stand. Der Pegel zeigte 9,56 Meter. Gefahr drohte aber vor allem von unten. Das Wasser hatte das Erdreich um den Ort aufgeweicht, an manchen Stellen fühlte sich der Boden auf der Schanz an wie ein nasser Schwamm. Die Feuerwehrmänner waren drei Tage und Nächte auf den Beinen. Sie wachten über die brüchige Mauer und die Deiche, verteilten tausende Sandsäcke auf den freien Plätzen, füllten Kuhmist zwischen die Balken, mit denen die Dorftore verschlossen waren, kontrollierten die Gärten auf der Ostseite des Dorfes, die bereits unter Wasser standen, hielten Kontakt mit der Einsatzzentrale im Kreishaus Kleve.

 

Die Schanz hielt Stand. Das Dorf trotzte der Flut. Und Frauen, Kinder und Familienväter waren nach drei Tagen wieder glücklich vereint.

 

Nach dieser Erfahrung war klar: Eine neue Hochwasserschutzmauer muss her. Im Juli 1998 begann der Deichverband Xanten-Kleve mit den Bauarbeiten. Was man der ansprechend gestalteten  verklinkerten Mauer nicht ansieht: Bis zu 14 Meter tief in die Erde wurden die Fundamente aus betongefüllten Stahlrohren und Stahlspundwänden eingerammt, schwere Tore an den Ortseingängen installiert. Im August 2000 wurde die neue Anlage eingeweiht.

 

Die Schänzer fühlen sich seither sicher - wie in einer Festung.