Geschichte

Kleines Dorf mit großer Geschichte

 
„Die Schanz“ feierte im Jahr 2011 ihr 425-jähriges Jubiläum. Im Jahr 1586 begannen hier an diesem Ort niederländische Soldaten unter Führung des Ritters Martin Schenk von Nideggen mit dem Bau einer Festungsanlage. Der Auftrag stammte von keinem Geringeren als dem Günstling der englischen Königin Elisabeth I., dem Grafen von Leicester. Die englische Krone unterstützte damals den Freiheitskampf der Niederlande gegen den spanischen König.
 
Als die Festung Schenkenschanz gebaut wurde, befand sie sich genau an der Stelle, wo sich der Rhein in Rhein und Waal teilte  - ein strategisch wichtiger Ort, der im Laufe von hundert Jahren immer wieder Schauplatz harter Kämpfe wurde. Sogar Ludwig XIV., der französische Sonnenkönig, hatte 1672 sein Auge auf die Schanz geworfen. Die Schanz, die Teil eines ganzen Festungsgürtels war, der von Flandern bis nach Groningen reichte, war ein starkes Bollwerk der Niederlande gegen ihre Feinde.
 
Das gesamte Kleverland sah sich in jener Zeit mit den einschneidenden „Nebenwirkungen“ und Folgen von Belagerungen und kriegerischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Schon beim Bau der Festung hatte Martin Schenk sich über alle Proteste des Klevischen Herzogs hinweggesetzt, auf dessen Land er seine Schanze errichtete.
Diese Zeit ist Vergangenheit. Anfang des 18. Jahrhunderts veränderte der Rhein seinen Verlauf, die einstmals von europäischen Herrschern begehrte Festung verlor langsam ihre einstige politische Bedeutung. Von 1768 an war Schenkenschanz formal Teil der Republik, um 1800 befand sich die Schanz in französischer Hand, 1816 gelangte sie an Preußen.
 
Bauern siedelten sich hier an, und etliche kurpfälzische Auswanderer, die auf ihrem Weg nach Amerika hier an der niederländischen Grenze „hängen“ geblieben waren. Sie widmeten sich der Landwirtschaft in den Rheinauen und formierten eine eingeschworene Gemeinschaft, die bis heute lebendig ist, auch wenn die Schänzer längst keine Bauern mehr sind.

Martin Schenk von Nideggen

Um 1582 (Museum Kurhaus Kleve, Sammlung Angerhausen)

 

Literaturtipps

Karl Kossert: Martin Schenk von Nideggen, Mercator Verlag 1993

 

Katalog zur Ausstellung "Schenkenschanz" im Museum Haus Koekkoeck Kleve 1986, auszuleihen in der Stadtbücherei Kleve